Knock at the Cabin - Kritik & Bewertung | www.filmtoast.de (2024)

In seiner 15. Regiearbeit adaptiert M. Night Shyamalan mit Knock at the Cabin eine Romanvorlage von Paul Tremblay für die große Leinwand. Ob ihr dem Film bereitwillig die Tür öffnen oder sie lieber abschließen solltet, erfahrt ihr in unserer Rezension.

KNOCK AT THE CABIN Trailer German Deutsch (2023)

TitelKnock at the Cabin
Jahr2022
LandUSA
RegieM. Night Shyamalan
DrehbuchM. Night Shyamalan, Steve Desmond, Michael Sherman
GenreThriller, Horror
DarstellerDave Bautista, Ben Aldridge, Jonathan Groff, Rupert Grint, Nikki Amuka-Bird, William Ragsdale, Abby Quinn, Satomi Hofmann, Kristen Cui, McKenna Kerrigan, Clare Louise Frost, Kat Murphy
Länge100 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihUniversal Pictures International Germany GmbH
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Worum geht’s in Knock at the Cabin?

Eigentlich wollen Eric, Andrew und ihre Adoptivtochter Wen nur einen ruhigen Urlaub in einer abgelegenen Waldhütte verbringen. Doch die traute Dreisamkeit wird jäh gestört, als vier Fremde auftauchen und versuchen, sich Zutritt zu der Hütte zu verschaffen. Doch was will die mysteriös auftretende und bewaffnete Gruppe rund um den bulligen Leonard von der Familie?

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Come on let’s twist again

Oft assoziiert die Zuschauerschaft bestimmte Trademarks mit gewissen Regisseuren. Tarantino ergeht sich in langen gewitzten Dialogen, Nolan spielt gerne mit Zeit und Raum und M. Night Shyamalan scheint die Liebe zum Plottwist schon mit der Muttermilch aufgesogen zu haben. Solche Markenzeichen erzeugen natürlich eine gewisse Erwartungshaltung beim Publikum. Und Erwartungshaltungen sind dafür da, um enttäuscht zu werden.

Natürlich werden wir in dieser Rezension nicht verraten, ob und wenn ja wie viele Story-Twists in Knock at the Cabin stecken. Dennoch lässt es sich bei der Besprechung einzelner Teilaspekte des Films nicht verhindern, dass zumindest das Wissen aus den Trailern zugrunde gelegt werden muss. Wer sich dem Film also komplett unbefangen widmen will, dem sei nur folgendes Kurzfazit an die Hand gegeben: Knock at the Cabin ist ein guter Genrefilm und dürfte für viele Menschen ein erfreuliches Kinoerlebnis darstellen.

Ins Detail gehen die folgenden Kapitel.

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A Cabin in the Woods

Im Kern ist Knock at the Cabin eine Melange aus den Subgenre Mystery-Horror und Home-Invasion-Thriller. Mit angenehm wenig Exposition zum Start wirft einen das Drehbuch, welches Shyamalan zusammen mit Steve Desmond und Michael Sherman geschrieben hat, direkt in die unangenehme Situation, mit der sich die kleine Familie die nächsten knapp 100 Minuten Laufzeit auseinandersetzen muss. Dabei zieht die Geschichte einen Großteil ihrer Spannung aus der Frage nach der Motivation der vier Invasoren. Auf der einen Seite scheinen sie sich ihrer Sache, genauer ihrer Mission, sehr sicher zu sein und wollen sie mit allen Mitteln durchsetzen. Auf der anderen Seite offenbaren sie aber auch eine unübersehbare innere Zerrissenheit. Dass dieser Kontrast aufgeht, ist neben dem Skript vor allem den schauspielerischen Leistungen des Casts zu verdanken.

Das für die breite Masse bekannteste Gesicht des Films dürfte zweifelsfrei das von Dave Bautista sein. Der ehemalige Wrestler hat sich in Hollywood mittlerweile eine beachtliche Reputation erarbeitet und ist dabei, im Gegensatz zu manch einem Kollegen mit ähnlicher Laufbahn, nicht auf einen Rollentypus festgeschrieben. In Knock at the Cabin überzeugt Bautista auf ganzer Linie und kann, neben seiner beeindruckenden Physis, auch durch sein Schauspiel der Figur des Leonard ein paar schöne Nuancen hinzufügen.

Auch Jonathan Groff (zuletzt in Hamilton und Matrix Resurrections zu sehen) als Eric und Ben Aldridge (Fleabag, Pennyworth) als Andrew spielen das hom*osexuelle Pärchen überzeugend und bilden gemeinsam mit Kristen Cui als Wen ein Protagonistentrio, mit dem man gerne mitfiebert. Dafür sorgen auch immer wieder eingestreute Flashbacks, die den Figuren und den Beziehungen zwischen ihnen die notwendige Tiefe und Gravitas verleihen.

Auf Seiten der Invasoren gibt es mit Rupert Grint (Ron Weasley aus den Harry Potter-Filmen, aber auch bereits in Shyamalans Apple TV+ Serie Servant zu sehen) und Nikki Amuka-Bird aus Old auch ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern aus den bisherigen Werken des Regisseurs.

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Eine Shyamalan Inszenierung

Auch wenn es bei einem oberflächlichen Blick auf seine Filmografie naheliegend sein mag, ist M. Night Shyamalan bedeutend mehr als ein one-trick pony, das man nur auf Story-Twists reduzieren sollte. Denn seine meist ruhige Inszenierung gibt Szenen und Figuren den notwendigen Raum zu atmen und erzeugt durch verhältnismäßig wenige und stets sehr bedacht gesetzte Schnitte in vielen seiner Filmen eine dichte und oft beklemmende Atmosphäre.

Knock at the Cabin bildet da keine Ausnahme. Gemeinsam mit seinem Kameramann Jarin Blaschke findet er immer wieder interessante Kamerawinkel, die perfekt auf den Kammerspielcharakter des Films einzahlen. Auch ist Jener Blaschke alles andere als ein unbeschriebenes Blatt, denn er ist der Stamm-Kameramann von Robert Eggers und verantwortete die preisgekrönten Bilder von The Witch, The Lighthouse und The Northman. In einem Making of zum Film verriet Blaschke, dass er für die Dreharbeiten von Knock at the Cabin ganz bewusst auf ältere Kameralinsen gesetzt hat, die dem Film einen wohligen 90er-Jahre Charme angedeihen lassen sollen und damit einen schönen Kontrast zum heutzutage oft gescholtenen klinischen Digitallook bieten.

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Wolle mer se reinlasse?

Dadurch, dass der Film fast die ganze Zeit in der kleinen Hütte spielt, können weder die Protagonist*innen noch die Zuschauerschaft der unangenehmen und bedrohlichen Situation entfliehen. Fast schon unweigerlich stellt man sich die Frage, wie man sich selbst in einer solch ausweglos scheinenden Lage verhalten würde. Und genau an den Antworten auf diese Frage scheitern viele Genrefilme. Die Charaktere verhalten sich unlogisch, treffen offensichtlich falsche Entscheidungen und all das nur, damit das Drehbuch von einer Situation in die nächste Situation überleiten kann. Doch nicht so bei Knock at the Cabin. Vor allem durch das Hintergrundwissen, welches die angesprochenen Flashbacks vermitteln, versteht man die Motivationen der Figuren und deren Handlungen zu jeder Zeit und bekommt nicht das Gefühl, dass der Film eigentlich nach ein paar Minuten zu Ende wäre, wenn sich die Charaktere nur vernünftig verhalten oder miteinander sprechen würden.

Es sind aber auch eben jene Flashbacks, die etwas den Drive aus dem sonst sehr straffen Pacing nehmen und ein wenig abseits der eigentlichen Geschichte stehen. Sie unterbrechen das spannende Geschehen in der Hütte und zeigen Szenen aus dem bisherigen Leben der kleinen Familie. Dadurch bekommen die Figuren zwar die dringend benötigte Kontur, um, wie vorhin beschrieben, ihr Verhalten besser verstehen zu können. Jedoch werden dort derart wichtige soziale und gesellschaftliche Themen angesprochen und verhandelt, dass hier etwas mehr Raum angebracht gewesen wäre.

Für angeregte Diskussionen wird sicherlich das von Shyamalan, Desmond und Sherman gewählte Ende des Films sorgen. Das werden wir an dieser Stelle natürlich nicht vorwegnehmen. Jedoch wirkt es, wenn man das Ende der Buchvorlage kennt, eine Spur zu inkonsequent. Unterm Strich sind das aber Details, die den guten Gesamteindruck, den Knock at the Cabin hinterlässt, kaum schmälern können.

Unser Fazit zu Knock at the Cabin

Mit seiner Romanadaption Knock at the Cabin ist M. Night Shyamalan ein durchweg überzeugender Genrefilm gelungen. Irgendwo zwischen Mystery, Thriller und Horror angesiedelt, mit tollen Bildern und Schauspielleistungen garniert und bis zum Ende spannend erzählt. In Summe ist der Film sicherlich nicht der große Hit der Marke The Sixth Sense oder Signs, aber er reiht sich mit Leichtigkeit ins obere Drittel seiner Filmografie ein.

Knock at the Cabin ist ab dem 9. Februar 2023 im Kino zu sehen.

Unsere Wertung:
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